Von der Bavaria bis zum Olympiaturm

bavaria

Denkt man an berühmte Bauwerke in Bayern, dann fallen einem sofort die Schlösser von König Ludwig II. ein. Doch so wie der „Kini“ für Märchen und Sagen schwärmte, so begeisterte sich sein Großvater Ludwig I. für die Baukunst des antiken Griechenlands. Überall in München gibt es architektonische Beispiele dafür, die während seiner Regentschaft entstanden. So ließ er durch den klassizistischen Architekten Leo von Klenze unter anderem die Glyptothek, mit der Sammlung antiker Skulpturen, und die Ruhmeshalle errichten, vor der sich die berühmteste Statue Bayerns befindet, nämlich die Bavaria. Sie blickt hinab auf die Theresienwiese, auf der alljährlich das weltbekannte Oktoberfest stattfindet. Und um auch seinem Volk die Möglichkeit zu geben, die bisher in verschiedenen Schlössern beheimateten Gemälde zu besichtigen, gab der König Klenze den Auftrag, die heutige Alte Pinakothek zu errichten. Ein weiterer von Ludwigs Lieblingsarchitekten war Friedrich von Gärtner, der die Universitätskirche St. Ludwig, die heutige Staatsbibliothek sowie viele weitere Prachtbauten für den König entwarf.

Barocke Bauten zur Feier einer Geburt
Doch auch zuvor schon waren in München vielen sehenswerte Profan- und Kirchenbauten entstanden, deren Ursprung bisweilen sehr interessant ist. So gehen die hochbarocke Theatinerkirche und Schloss Nymphenburg auf die lang ersehnte Ankunft eines Erbprinzen zurück. Denn als Dank für die Geburt des späteren Kurfürsten Max Emanuel und als Einlösung eines Gelübdes, ließ seine Mutter Henriette Adelheid von dem italienischen Architekten Agostino Barelli das Gotteshaus erbauen. In der Theatinerkirche sind zahlreiche Mitglieder der Fürstenfamilie begraben. Von ihrem Mann erhielt Barelli außerdem den Auftrag für Schloss Nymphenburg, das dieser seiner Frau dank der glücklichen Geburt zum Geschenk machen wollte. Heute zählt Nymphenburg zu den bekanntesten Schlössern Deutschlands und wird von vielen Touristen alljährlich besucht.

Von 1900 bis zur Gegenwart

Olympiastadion München

Ein Ausschnitt des architektonisch interessanten Olympiastadions

Ende des 19. Jahrhunderts besannen sich auch die Münchner Architekten auf alte Baustile, von denen sie sich inspirieren ließen. So wurde das Neue Rathaus am Marienplatz im neugotischen Stil errichtet, während die hinter ihm liegende Frauenkirche tatsächlich spätgotisch ist. Aus der Zeit des Jugendstils sind vor allem Wohnhäuser erhalten sowie das Müllersche Volksbad, das vor wenigen Jahren umfassend restauriert wurde. Schon bei seiner Erbauung verfügte es über zwei Becken, eines für die Damen und eines für die Herren. In München gibt es eine Begrenzung für Hochhäuser, die, wie die Bewohner vor einigen Jahren entschieden haben, nicht höher als 100 Meter werden dürfen. Somit wird der Olympiaturm mit seinen 291 Metern auch in Zukunft das höchste Bauwerk in der bayrischen Hauptstadt bleiben.