Das Märzen

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Der Begriff des Märzen ist eine Kurzform für das sogenannte Märzenbier. Beim Märzen bzw. Märzenbier handelt es sich um ein untergäriges Lagerbier.

Geschichtlicher Hintergrund:
Die Bezeichnung des Märzen leitet sich von der Tatsache ab, dass es lt. der bayerischen Brauordnung von 1516 nur während der Zeitspanne von September bis April gestattet war, Bier zu brauen (denn das Biersieden brachte in den warmen Monaten eine erhöhte Brandgefahr mit sich). Da die Menschen aber auch während der Zeit nicht auf Bier verzichten wollten, in der nicht gebraut werden durfte, musste ein Bier entwickelt werden, das sich über die Sommermonate hinweg lagern ließ. Die Lagerung eines solchen Bieres erfolgte in der Regel in tiefen Felsenkellern, denn vor der Erfindung von Kältemaschinen boten diese Keller die Möglichkeit einer relativ kühlen Lagerung. Unterstützt wurde die Kühle in den Weinkellern durch Natureis, das beispielsweise aus Flüssen oder Teichen entnommen wurde. Dies war ungefähr bis in den März hinein möglich; hier rührt die Bezeichnung des Märzen her. Da das Eis in den Kellern relativ langsam schmolz, konnte es dem gelagerten Bier auch über den März hinaus relative Kühle spenden.

Eigenschaften des Märzen:
Um über längere Zeit gelagert werden zu können, musste Bier in früheren Jahrhunderten haltbar gemacht werden. Neben der Kühlung wurde dies beispielsweise erzielt durch höhere Anteile an Alkohol und Stammwürze im Bier. Diese Eigenschaften machen das Märzen zu einem Lagerbier.
Dass das Märzen untergärig ist, bedeutet außerdem, dass dessen Gärung bei relativ niedriger Raumtemperatur (meist zwischen 4°C und 9°C) stattfinden muss. Hierdurch wird erreicht, dass sich im Bier weniger Mikroben oder Pilze bilden können; auch diese Tatsache trägt zu einer höheren Haltbarkeit des Märzen bei.

Märzen und Oktoberfest:
MaßkrugHäufig (und vor allem im englischsprachigen Raum) wird das Märzen mit dem Oktoberfestbier gleichgesetzt. Heute ist es allerdings so, dass sich das sogenannte Wiesnbier stark vom ursprünglichen Märzen unterscheidet.
Zu einer Verbindung zwischen Märzen und Oktoberfest kam es zu eben den Zeiten, in denen das Märzen über die Sommermonate gelagert wurde, um die Zeit des Brauverbotes zu überbrücken: Im Oktober bzw. zu Beginn der demnächst bevorstehenden Brausaison wurden in der Regel Oktoberfeste gefeiert, bei denen die Reste des Märzen (des gelagerten Bieres der vergangenen Saison) ausgeschenkt wurden.

Das Märzen – ein Bier, das im Volksmund häufig mit dem Oktoberfest in Verbindung gebracht wird. In der Realität findet sich das Märzen auf dem heutigen Oktoberfest allerdings nur noch selten.